Freundeskreis Umoja - Friends of Umoja e.V.

10 Nov 2017
0 Kom

Oasenprojekt Umoja 2018

Oasenprojekt Umoja 2018

Im April 2017 wurde durch unser Vereinsmitglied Simon Häglsperger das Pilot-Projekt Wannenbeete gestartet und vor Ort in Umoja umgesetzt. Wir haben darüber in unseren Newslettern 1-2017 und 2-2017 ausführlich berichtet.
Das übergeordnete Ziel ist, alle Wasserverbraucher zu einem wassersparenden Konzept zusammen zu schließen, um dort, wo Wasserknappheit herrscht, das kostbare Gut Wasser optimal zu nutzen.

Bei dieser ersten Reise nach Umoja im April 2017 konnte Simon Häglsperger neue Erkenntnisse gewinnen, die zur Optimierung der Wannenbeete und zu weiteren Projekten führen. Alle Maßnahmen fassen wir unter dem Namen „Oasenprojekt Umoja 2018“ zusammen.

Dieses besteht aus folgenden Einzelsegmenten:

    1. Wannenbeete: Bau von Wannenbeeten in 10 umliegenden Dörfern incl. Saatgut/Setzlinge sowie Ausbau der Gartenanlage in Umoja.
    2. Sanitäranlage: Bau des Waschhauses (Duschen, Toiletten, Waschbecken) mit getrennten Bereichen und separaten Zugängen für Jungen und Mädchen auf dem Umoja-Schulgelände
    3. Kläranlage: Bau einer Zisterne mit Klärbeet und Kläranlage (Dreikammergrube) für das Waschhaus
    4. Küchentrakt: Bau eines Küchentraktes für die Schule mit angegliedertem Schlachthaus und Käserei sowie Vorratsraum für die Lagerung von Gemüse und Lebensmitteln.
    5. Gemeinschaftsküche: Bau einer kleinen Gemeinschaftsküche im Wohndorf für die Frauen.

Modell Anlage

Das Gesamtkonzept wurde mit Rebecca Lolosoli, der Vorsitzenden der Umoja Uaso Women Group, während ihres Deutschlandaufenthaltes im September/Oktober 2017 besprochen und abgestimmt. Das Projekt wird von der Frauengruppe vor Ort getragen, die auch die Projektleitung übernimmt.

Die Umsetzung des Projektes soll im Januar 2018 beginnen.

Das obige Bild zeigt ein Modell der Anlage. Eine ausführliche Projektbeschreibung können Sie hier herunterladen: Projektbeschreibung Oasenprojekt Umoja 2018

Wenn Ihnen das Konzept zusagt, würden wir uns über Ihre Unterstützung, z.B. durch Sponsoring einzelner Segmente sehr freuen. Die Nummer des Spendenkontos erfahren Sie hier:
Spendenkonto des Freundeskreises

Das Oasenprojekt wird in dem nachfolgenden Film von rund 15 Minuten Länge vorgestellt. Darin erklärt Simon Hägslperger unter anderem die Funktion der Wannenbeete, der Sanitäranlage und des Klärkreislaufs. Auch die weiteren Segmente des Projektes werden erläutert. Wenn Sie Interesse haben, sind Sie herzlich eingeladen, sich den Film anzusehen:

30 Jul 2017
0 Kom

Pilot-Projekt Wannenbeete Teil 2

Pilot-Projekt Wannenbeete Teil 2

In unserem Newsletter 2017-1 und auf der Homepage haben wir dieses Pilot-Projekt angekündigt und beschrieben. Diesmal berichtet unser Vereinsmitglied Simon Häglsperger über die Errichtung der ersten Wannenbeete in Umoja.

10. April 2017:
Simon Häglsperger mit Sohn und Bruder nach der Landung auf dem Airstrip in der Nähe von Umoja und Abholung durch Tom Lolosoli:
Ankunft

Ankunft in Umoja und Begrüßung durch Rebecca Lolosoli und einige der Dorffrauen.
Begruessung

Danach wurden das Dorf, das Gewächshaus und der Sack-Garten besichtigt sowie die bereits beschafften und gelagerten die Materialien für die anzulegenden Wannenbeete, z.B. die Folien, fruchtbare rote Vulkanerde aus Meru sowie die Rohre und sonstige Materialien. Diese sind möglichst diebstahlsicher im kleinen Dorfmuseum gelagert.
Material

Dann wurde der Platz für das Demo-Wannenbeet inspiziert.
Inspektion Beetplatz

Am 11. April 2017 fand zunächst ein Workshop statt, in dem der Bau eines Wannenbeetes erklärt wurde.
Workshop
Workshop2

Anschließend ging es an die Umsetzung:
Sandschicht aufbringen, Rohrsystem verlegen und Folie auslegen. Kieselsteine auf Folie verteilen.
Sandschicht

Kiesel

Alle helfen mit, schauen und lernen, wie es gemacht wird. Learning by doing!
Lernen

Beet fertig

Nun ist auch der Tank angeschlossen für das Wasser-Recycling-System.
Zwei große Beete haben wir in Umoja gebaut und auch getestet, ob die Be- und Entwässerung einwandfrei funktioniert.
Tank

Beim Bau der Beete waren Bewohner umliegender Dörfer sowie zwei Vertreter der lokalen Regierung von Samburu County anwesend, denen das Konzept sehr gut gefallen hat. Es wurden auch gleich die benötigten Materialien, Folien und Kunststoffrohre an die umliegenden Dörfer verteilt, damit dort ebenfalls Wannenbeete angelegt werden können.
Die Vertreter der Bezirksregierung nahmen regen Anteil am Geschehen und waren begeistert.
Regierungsvertreter

Am 12. und 13. April 2017 wurde das Pilot-Projekt überregional vorgestellt.

Auf Einladung und auf Kosten der Bezirksregierung „County Government of Samburu“ fuhren wir mit Tom Lolosoli ins Great Rift Valley, die Samburu Highlands und zur 230 km entfernten Bezirkshauptstadt Maralal, um dort ebenfalls Workshops abzuhalten.
Auf Initative von Rebecca, die mit anderen Frauengruppen in Wamba (Geburtsort von Rebecca) und Maralal vernetzt ist, soll das Wissen zum Bau von Wannenbeeten auch überregional im Samburu-Distrikt vermittelt werden.
Die ebenfalls an dem Pilot-Projekt beteiligte Abteilung für Kultur, Gender und Soziale Dienste der Bezirksregierung, vertreten durch Chief Officer Lilian Balanga und den Director of Culture Samburu County Government, Daniel Lempushuna, zeigte sich überwältigt von den gewaltigen Fortschritten der Umoja Uaso Women Group und bezeichnen das Frauendorf Umoja als die erfolgreichste Frauengruppe in Nord-Kenia.

Zusammenfassung:
Bei der Zusammenarbeit mit den Frauen von Umoja war sofort deutlich zu erkennen, wie fleißig, wie kräftig und klug sie sind. Nichts wünschen sie sich mehr als die Chance, durch eigene Arbeit die Lebenssituation für ihre Kinder und sich selbst zu verbessern und nicht dauerhaft auf Unterstützung angewiesen zu sein.

Bei den Arbeiten vor Ort stellte sich heraus, dass sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten bestehen bezüglich der Auswahl der Materialien, Folien und Kunststoffzisternen. Der Vorplatz unserer Unterkunftshütten im Camp war eine Betonterrasse. Die Wege zwischen den Hütten sind betoniert und während unseres Aufenthalts waren junge Männer dabei, eine Zisterne zu mauern. Beton ist also genügend vorhanden und wie wir erfahren haben auch viel billiger als die Folien und Kunststoffzisterne, die wir verbaut haben. Deshalb kamen wir zu folgenden Überlegungen:

1. Die Folienbeete haben den Vorteil der Wassereinsparung, jedoch sind Folien auch teuer und sehr empfindlich. Das Hacken der Pflanzen oder der Austausch der Pflanzerde muss sehr vorsichtig durchgeführt werden. Zudem ist die Haltbarkeit der Folien begrenzt.
2. Beton ist in Umoja als Baumaterial relativ günstig und es wäre ein großer Vorteil, künftig sowohl die Beete als auch die Zisternen daraus zu bauen. In Europa haben alle Gewächshäuser einen Betonboden, wenn auch nicht unser Bewässerungssystem. Das ließe sich aber in Kenia problemlos integrieren, weil dort das Bewässerungssystem
nicht durch Frostschäden (wie bei uns) zerstört werden kann.
3. Betonwannen halten ewig, sind einfach auszubessern falls sich kleine Risse bilden, und vor allem kann die Pflanzerde nach jeder Ernte einfach aufbereitet oder ausgetauscht werden. Solche Wannenbeete aus Beton sind einfach zu bauen. Genügend Platz für weitere Beete ist in Umoja vorhanden und diese könnten das Dorf und die Schule mit ausreichend Gemüse versorgen. Darüber hinaus wäre der Verkauf der Überproduktion eine weitere Verdienstmöglichkeit für die Bewohner von Umoja.

Diese Optimierung des Pilot-Projektes wurde beschlossen und nun gilt es, darauf Schritt für Schritt weiter aufzubauen.

Die Bewohner von Umoja und im Samburu-Distrikt sind Nomaden und keine Maurer und keine Gärtner. Die indigenen Volksstämme im Norden Kenias befinden sich derzeit im Umbruch. Die Jahrhunderte alte traditionelle Lebensweise als Nomaden funktioniert aufgrund des Klimawandels und anderer Faktoren nicht mehr, aber die Strukturen für einen neuen Lebensstil im 21. Jahrhundert mit gesicherten Einkommensmöglichkeiten sind nicht gegeben. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ständiger Kampf ums Überleben.

Jeder Handwerker weiß, dass Auszubildende viele Male mitgeführt werden müssen, bis sie selbständig arbeiten können, auch bei noch so einfach erscheinenden Tätigkeiten. Schnell habe ich erkannt, dass bei diesem Pilot-Projekt weitere Anleitung und Ausbildung erforderlich ist. So entstand bei uns der Eindruck, dass wir mit unserer Abreise die Menschen dort im Stich lassen!

Es bestärkte aber gleichzeitig unseren Willen, die Frauen von Umoja und die Menschen in der Samburu-Region weiter zu begleiten und das Pilot-Projekt zu einem beispielhaften Vorzeigeprojekt zu entwickeln.
Wir bleiben am Ball und werden zu gegebener Zeit über die weitere Entwicklung berichten.

Simon Häglsperger

30 Mai 2017
0 Kom

Kristallklares, sauberes Trinkwasser

Kristallklares, sauberes Trinkwasser

Wir haben hier ausführlich über den Bau der Brunnenanlage berichtet.
Inbzwischen konnte der Brunnen in Betrieb genommen werden.
Nach Abschluss der Bohrung bis auf 136 m Tiefe wurden Wasserproben gezogen und zur behördlichen Untersuchung eingeschickt. Anfang Mai lag dann endlich die offizielle Wasseranalyse des kenianischen Gesundheitsministeriums vor und die Wasserqualität ist hervorragend.

Zertifikat

Tom Lolosoli berichtet, dass Umoja die Quelle mit dem besten Trinkwasser in der ganzen Umgebung hat; ohne hohe Salz- oder Kalkanteile. Das hat natürlich positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die Wartungskosten, weil Rohre und Tanks nicht so schnell verkalken oder gar versalzen, auf den Gemüseanbau
und auch auf die Qualität der guten Muttererde, die speziell aus Meru beschafft wurde, weil die Erde im Samburu-Distrikt total versalzen ist. Durch das gute Wasser wird auch die gekaufte Muttererde viel länger fruchtbar bleiben. Rundum also ein positives Ergebnis.

Erst bei Vorliegen des Zertifikates, das einer staatlichen Freigabe entspricht, durften die Arbeiten weitergehen, so dass danach die Solaranlage installiert und Pumptests durchgeführt werden konnten.

Verteilerstation

Solarpanel, Wasseruhr mit Verteilerstation sowie Verlegung
von Leitungen zu 4 Zapfstationen auf dem Dorfgelände

Am 19. Mai 2017 wurde dann die Brunnenanlage mit einer Feier eingeweiht, an der die Bevölkerung der umliegenden Orte sowie Vertreter der Bezirksregierung und anderer Institutionen teilnahmen. Rebecca hielt eine Ansprache und dann folgten weitere Reden der Gäste.

Vorfuehrung

Anschließend wurde das gesamte Dorf mit Brunnenanlage, Regenwassertank, Gemüseanbau und Stromanschluss besichtigt.
Alle Projekte wurden innerhalb der letzten 6 Monate durchgeführt und sind wahrlich ein Grund zu feiern.

Im Gewaechshaus

Die Kinder der Umoja Muehlbauer Academy waren ebenfalls alle da und haben Tänze vorgeführt. Anschließend verteilte Rebecca Süssigkeiten, worüber sich die Kinder sehr gefreut haben, weil es Naschwerk nur zu speziellen Anlässen gibt.

Suessigkeiten

Mit der gesicherten Wasserversorgung, dem Gemüseanbau und dem Stromanschluss wurden innerhalb von 6 Monaten riesige Entwicklungsschritte gemacht, die nachhaltig die Lebensbedingungen in Umoja und der Samburu-Region verbessern.

Welch ein Segen!

Rebecca

03 Apr 2017
0 Kom

Wasser!

Der Brunnenbau geht erfolgreich weiter:

29. März 2017
Die Bohrarbeiten verlangsamen sich, weil man durch Felsschichten bohren muss. Das Video zeigt die Bohrarbeiten bei 55 m. Dort ist man auf das erste „Rock Water“ gestoßen, nachdem man eine Felsschicht durchbohrt hat.
Das Video dazu ist HIER

Definition von Rock Water = Wasser, das aus einer Quelle unter Felsen austritt, die typischerweise als natürlich klar, kühl und rein angesehen wird.)
Nun geht es weiter und tiefer zu der angestrebten ergiebigen Wasserader in 140 m Tiefe.

30. März 2017
Es geht nur langsam voran. Gestern Nacht wurde bis 03:00 Uhr gebohrt, weil tagsüber die Maschinen heiß laufen und es auch für die Arbeiter angenehmer ist, nachts zu arbeiten.
Nur noch reiner Felsuntergrund. Das ist das unterirdische verlaufende Gebirgsmassiv des etwa 100 km entfernten Mount Kenia.
Derzeit – ca. 17:00 Uhr in Umoja – ist man bei etwa 95 m Tiefe angekommen.

31. März 2017
Die größeren Jungens des Dorfes beobachten neugierig die Bohrarbeiten und …
bekommen eine Dusche. Das ist HIER zu sehen.
Alles läuft nach Plan, nur etwas langsamer als ursprünglich gedacht. Die Anspannung steigt und wir fiebern hier mit.
Der Bau eines Tiefenbrunnens ist für alle von uns spektakulär und nicht mit einer normalen Bautätigkeit, z.B. Errichtung eines Gebäudes vergleichbar.
Wir drücken weiter die Daumen.

2. April 2017 um 00:05 Uhr Ortszeit Umoja
Mission completed!

In 136 m Tiefe wird die vorgesehene Grundwasserader erreicht.
Nur zum Vergleich, der Kölner Dom hat eine Höhe von 157 m.

Wir sind erleichtert und total begeistert.
Nun ist das Herzstück der Brunnenanlage fertig und die abschließenden Arbeiten folgen, d.h. Verlegung der Ummantelungsrohre, Spülung des Saugrohres, Pumptests und ganz wichtig, die Untersuchung der Wasserproben durch ein staatliches Labor und die Freigabe als Trinkwasser.
Dann folgt die Installation der solarbetriebenen Pumpe und des unterirdischen Wassertanks, vermutlich beginnen diese Arbeiten Ende der Woche.

Tom Lolosoli berichtet, dass für Umoja ein neues Zeitalter anbricht und man überglücklich ist.

Den großzügigen Spender, die Firma Cho-Time GmbH aus Mönchengladbach, die den Bau der gesamten Brunnenanlage ermöglicht hat, haben wir zwischenzeitlich auch über die laufenden Arbeiten informiert und Herr Cho schrieb uns dazu folgendes:
„Wir können ( hier im reichen Europa aufgewachsen ) nicht ermessen, wie wichtig Wasser für sie ist. Wir freuen uns für Mama Mutig und die Dorfgemeinde.“

Dem können wir uns nur anschließen und uns nochmals für diese sehr wertvolle Unterstützung bedanken.

Gerade angesichts der immer dramatischeren Auswirkungen des Klimawandels in Sub-Sahara Afrika und der immer länger andauernden Dürreperioden ist die jetzt gesicherte Wasserversorgung durch den Brunnen und das im Januar gebaute große Regenwasser-Reservoir von unermesslichem Nutzen und ein wahrer Segen für Umoja.

28 Mrz 2017
0 Kom

Der Tiefenbrunnen wird gebaut!

Der Tiefenbrunnen wird gebaut!

Weite Teile Kenias sind derzeit von einer extremen Dürre betroffen. Auch im Samburu-Distrikt und im Frauendorf Umoja sind die Folgen spürbar.
Durch die riesige Einzelspende der Firma Cho-Time GmbH aus Mönchengladbach konnten wir Mitte Februar 2017 Gelder für den Bau einer Brunnenanlage zur Verfügung stellen. Hierfür sagen wir herzlichen Dank!
Die Anlage umfasst den Brunnenbau – Tiefenbohrung ca. 100 m – , Pumpenanlage mit Solar-System, Diesel-Generator als Reservesystem und einen unterirdischen Wassertank mit 50.000 Liter Füllmenge.
Mit dieser Brunnenanlage wird die Versorgung mit sauberem Trinkwasser auf Dauer sichergestellt. Dieses Wasser wird ausschließlich zum Trinken, Kochen und Spülen des Koch- und Essgeschirrs genutzt. Durch das saubere Trinkwasser werden Krankheiten vermieden und die persönliche Leistungsfähigkeit der Menschen erhöht.

Am 16. Februar 2017 wurden schon erste Maßnahmen eingeleitet und eine geologische Untersuchung auf dem Gelände des Frauendorfes durchgeführt. Weitere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine Bohrung von 140 Metern Tiefe erforderlich ist.

Am 23.03.2017 traf der erste LKW mit Bohr-Equipment in Umoja ein und wurde von Rebecca Lolosoli freudig begrüßt.
20170323 Ankunft des Bohrequipments

Am 26.03.2017 wurde das Bohrgerüst errichtet, am 27.03.2017 begannen die Arbeiten. Heute, am 28.03.2017 hofft man bis zum Abend eine Tiefe von 100 Metern zu erreichen und die Bohrung morgen abzuschließen. Beim Klick auf „Weiterlesen“ sehen Sie weitere Fotos von den Arbeiten.

04 Mrz 2017
0 Kom

Lichtblicke für Umoja – Die Regenwasser-Auffanganlage

Lichtblicke für Umoja - Die Regenwasser-Auffanganlage

Der Freundeskreis Umoja – Friends of Umoja e.V. hat es sich schon bei seiner Gründung zur Aufgabe gemacht, eine sichere Wasserversorgung für Umoja zu gewährleisten. Dies könnten wir ohne die Hilfe von Sponsoren nicht leisten.

Durch eine großartige Spende des Wolfsburger Vereins „Wasser für Kenia“ mit Unterstützung von Soroptimist International, Club Wolfsburg konnten wir Ende 2016 Gelder für den Bau einer Regenwasser-Auffang-Anlage mit einem 250.000 Liter Wasserspeicher zur Verfügung
stellen.
Die Bauarbeiten für den Wasserspeicher begannen Anfang Januar 2017 und sind inzwischen abgeschlossen. Beim Klick auf „Weiterlesen“ sehen Sie die Bauabschnitte vom Fundament bis zum fertigen Speicher:

06 Feb 2017
0 Kom

Pilot-Projekt Wannenbeete

Pilot-Projekt Wannenbeete

Für April 2017 planen wir ein Pilot-Projekt in und für Umoja:
Wannenbeete mit Wasser-Kreislauf für Gemüseanbau in der Halbwüste.

Ausgangssituation
In Sub-Sahara-Afrika sind etwa 100 Mio. Menschen von Hunger oder drohendem Hunger betroffen. Nach Prognosen von Klimaforschern
wird die Niederschlagsmenge vermutlich etwas mehr, jedoch die Dürreperioden immer länger und die Regenfälle heftiger. Phänomene,
unter denen die Bevölkerung dort immer mehr leidet. Die länger werdenden Dürreperioden können nur noch mit künstlicher Bewässerung
überbrückt werden und häufig wird die Ernte von Überschwemmungen aufgrund von Starkregen vernichtet.

Pilot-Projekt in Umoja
Das Frauendorf liegt in der Halbwüste des Samburu-Distrikts im Norden Kenias. Im April wird der Ideengeber, Herr S. Häglsperger aus Bayern, gemeinsam mit seinem Sohn und seinem Bruder auf eigene Kosten nach
Umoja reisen. Dort werden sie dann Workshops für die Frauen des Dorfes sowie die Bevölkerung aus dem Landkreis und Vertreter der
Kommunalverwaltungen halten. Zunächst wird das theoretische Wissen vermittelt und dann, gemeinsam und unter Mithilfe der Beteiligten,
einige Wannenbeete angelegt.

Damit sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, in ihren Dörfern selbst solche Wannenbeete anzulegen. Es wäre ein entscheidender Schritt zur Sicherstellung und Verbesserung
der Ernährung in abgelegenen Regionen, die keinen direkten oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu Wasser haben.

Das Frauendorf übernimmt mit diesem Pilot-Projekt eine Vorreiter-Rolle und hat auch damit wieder eine Vorbildfunktion für die gesamte
Region. Das Pilot-Projekt entspricht darüber hinaus den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN (SDG – Sustainable Development Goals).

Beschreibung des Wannenbeetes
Regen oder Tränkwasser dringt durch die Erdschicht in eine darunterliegende Kiesschicht und läuft durch einen Abflussrohr in eine Zisterne oder Auffangbehälter. Auch beliebig langer Starkregen führt zu keiner Überschwemmung oder Staunässe, weil das Wasser abfließen kann.
Zur Bewässerung des Beetes durch Gießen wird das flexible Abflussrohr hochgedreht und Wasser aus der Zisterne hineingegossen. Das Wasser steigt in die Kiesschicht hoch und durchtränkt von unten die Pflanzschicht.
Nachdem die Pflanzerde durchtränkt ist, erkennbar wenn feuchte Flecken in der ansonsten trockenen Bodenoberfläche erscheinen, wird der Ablauf wieder nach unten gedreht und das überschüssige Wasser fließt in die Zisterne zurück.
Zeichnung

Für so ein Gemüsebeet braucht man Folie für die Wanne, ein Ablaufrohr, Holzbalken und -latten sowie eine Zisterne oder einen Auffangbehälter, z.B. in Form eines Wassersacks und am Anfang auch Pflanzerde.

Wesentlich für dieses Konzept ist jedoch was man nicht braucht:

    Auf Dauer gesehen braucht man nicht unbedingt Pflanzerde (im Gegensatz zu allen anderen Bewässerungssystemen) sondern kann beginnen, selbst sogenannte Terra Preta – Erde herzustellen. Das geschieht in Wüstenregionen z.B. mit kostenfrei verfügbarem Sand, Dung und Reisig sowie Grünabfällen aus dem Gemüseanbau.

    Keinen unmittelbaren Zugang zu Wasser; das Beet holt sich zumindest einen großen Teil des Wassers selbst.

    Keine teure Technik wie Pumpen, Motoren oder Aggregate.

    Keine Energie wie Strom oder Diesel.

    Keine komplizierten und teuren behördlichen Genehmigungen.

    Keine teuren Geräte, sondern nur einfaches Handwerkzeug.

Kieselsteine und Sand für den Unterbau der Pflanzerde gibt es überall in der Halbwüste. Kompost und Pflanzerde kann man dort auch aus Sand, Dung und Reisig selbst herstellen. Auch das wird in den Workshops angesprochen und angeregt.

Tränkwasser für Wannenbeete
Oft gibt es außerhalb der Dürreperioden genügend Wasser, das meiste ist jedoch für Mensch und Tier völlig ungenießbar, weil es sehr stark verunreinigt ist – oder zusätzlich noch salzhaltig.
Das Wannenbeet stellt keinerlei Ansprüche an das Wasser. Kochwasser, Waschwasser, jedes Brauchwasser, Wasser aus jeder Pfütze und jedem sandigen Bach kann verwendet werden. Auch fauliges oder modriges Wasser, Wasser das Tiere nicht mehr trinken, weil es mit Kot oder Jauche verunreinigt ist, ist für diese Form der Bewässerung geeignet.

Einzige Ausnahme: salzhaltiges Wasser, das durch die Trockenzeiten entsteht. In den Trockengebieten der Erde ist die Versalzung von Böden und Flüssen keine Seltenheit. Die Versalzung von Böden kann jedoch verhindert werden, wenn Bewässerungssysteme für Ackerbau und privaten Gartenbau durch zweckmäßige Vorrichtungen zur Entwässerung
ergänzt werden.

Anbaufläche für Gemüse
Berechnet man etwa 1,5 m² pro Kopf, so würde ein 2 x 3 m = 6 m² großes Wannenbeet für eine vierköpfige Familie ausreichen und zwei solcher Beete könnten 8 Personen mit frischem, vitaminreichem Gemüse versorgen.

Materialkosten
Die geschätzten Materialkosten für ein 6 m²-Wannenbeet liegen bei etwa 50 bis 60 Euro. Umgerechnet sind das einmalige Investitionskosten von etwa 15 Euro pro Kopf.

Helfen
Wir möchten das Pilot-Projekt mit der Bereitstellung von Mitteln für die reinen Materialkosten tatkräftig unterstützen und somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Die vielfach völlig mittellosen Familien in der Umoja-Region sind nicht in der Lage, einen solchen Betrag aus eigener Kraft aufzubringen. Es stehen 60 kleine Dörfer unter dem Schutzschirm
von Umoja und es wäre schön, wenn wir pro Dorf die Anlage eines Beetes als Starthilfe ermöglichen könnten.

Der Familie Häglsperger sei an dieser Stelle schon einmal für ihr Engagement von Herzen gedankt.