Strafverfolgung gegen Frühverheiratung

Im Samburu-County wurde ein junges Mädchen im Alter von etwa 10-11 Jahren von seinen Eltern gezwungen, die Schule (5. Klasse) abzubrechen, um sie zu verheiraten. Ein Frevel, denn das bedeutet für das Mädchen in diesem zarten Alter Zwangs- und Frühverheiratung und evtl. sogar auch Genitalverstümmelung.

Sie wurde gerettet, weil eine Person auf das Geschehen aufmerksam wurde und die Polizei informierte. Das Mädchen wurde zusammen mit den Eltern zum lokalen Verwaltungsgebäude gebracht.
Der Vater bestritt die Anschuldigungen, wurde aber dazu verpflichtet, das Kind weiterhin zur Schule zu schicken.
Er muss nun wöchentlich bei der Behörde erscheinen und steht somit unter Kontrolle.
Das Mädchen wurde im Internat der Lorubae Grundschule angemeldet und besucht diese seit dem 3. Februar 2020.

Der Area Chief Mr. Henry Lenaiyasa und der Waso Division Assistant County Commissioner Mr. Bernard Onyango erhielten viel Lob und Anerkennung für die schnelle Reaktion auf den Alarm und das Ergreifen geeigneter strenger Maßnahmen.

Es ist gut zu wissen, dass nun auch die zuständigen Behörden und die Polizei in den abseits gelegenen Regionen des Landes tatsächlich für die Durchsetzung des Kenianischen Rechts sorgen.

Das wird sich in der Samburu-Gesellschaft herumsprechen und anderen Eltern eine Warnung sein.

Zweite Nationale End-FGM Konferenz Kenia

Am 4. und 5. Februar 2019 findet in Narok, Kenia in der Maasai Mara University die zweite nationale End-FGM Konferenz statt. Der Anti FGM Board Kenia veranstaltet in Kooperation mit Partnern diverser Organisationen die Konferenz mit dem Schwerpunkt:

Es ist meine Verantwortung, FGM (Genitalverstümmelung) zu beenden.

Insgesamt 300 Stellvertreter aus regionalen, staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen werden sämtliche Themen diskutieren, die zur Beendigung von FGM in Kenia führen sollen. Unter anderem wird diskutiert:
1.Die Rolle von Entscheidungsträgern bei der Beendigung von FGM
2.Die Rolle der strafrechtlichen Verfolgung und des Gerichts bei der Beendigung von FGM in Kenia
3.Die Beteiligung von Jungen und Männern in der Kampagne gegen FGM
4.Partnerschaften und Netzwerke auf Ebene mit der Gesellschaft

Der internationale Tag gegen FGM am 6. Februar 2019 wird in Loita/Kenia gefeiert. Schwerpunkt wird die Ablegung einer Vereinbarung zur Beendigung von FGM durch die Stammesältesten der Maasai aus Kenia und Tansania sein. Der Anti FGM Board lädt alle Interessierten herzlich ein, dieses Event zu besuchen und zu unterstützen.

Kenia gehört zu den Ländern Afrikas, in denen die Rate der Genitalverstümmelungam schnellsten sinkt. Zinduka e.V. aus Lahntal und der Freundeskreis Umoja e.V. aus Grevenbroich unterstützen die Bena Academy und das Rescue Camp in Sentadem Stammesgebiet der Kuria und das Frauendorf Umoja nahe Archers Post im Stammesgebiet der Samburu. So besteht eine enge Kooperation in Kenia zum Erfahrungsaustausch und Nutzung von Synergien.
Delegationen aus Zinduka Kenya und Umoja nehmen an den Veranstaltungen teil.

Autorin:Antonia Sophia Waskowiak, Gründerin von Zinduka e.V. und Mitglied desOrganisationskomiteesdesAnti-FGM Board
Kenia.30.01.2019, Nairobi, Kenia