Freundeskreis Umoja - Friends of Umoja e.V.

14 Apr 2019
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Samburu-Traditionen – Das Geburtsritual

Samburu-Traditionen - Das Geburtsritual

Auf ihren Vortrags- und Lesereisen in Deutschland betont Rebecca Lolosoli immer sehr nachdrücklich, dass sie die guten Traditionen und Rituale ihres indigenen Samburu-Stammes als kulturelles Erbe bewahren, aber die schädlichen und menschenrechtsverletzenden Praktiken ausmerzen will.

Nun wurden wir durch Sophie Nestle darauf aufmerksam, dass die guten Rituale tatsächlich gepflegt werden, weil sie im Februar 2019 Augenzeugin eines solchen Rituals wurde. Der nachfolgende Bericht von Sophie Nestle und Tom Lolosoli gibt einen genauen Einblick über das sogenannte Geburtsritual, das aus zwei Teilen besteht. Dieses Ritual wurde für Tom Lolosolis kleine Tochter Mia gehalten und Rebecca ist die stolze Großmutter.

Den vollständigen Bericht können Sie nachstehend aufrufen.
Nr. 7 Samburu-Traditionen – Geburtsritual
Er steht auf Dauer unter dem Informationsmaterial zur Verfügung.

12 Apr 2019
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Sophie Nestle – Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

Sophie Nestle - Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

Die Krankenschwester Sophie Nestle war im Februar 2019 für vier Wochen in Umoja und hat in dieser Zeit viel erlebt. Sie informierte die Frauen und Schulkinder in Umoja über Gesundheitsthemen, nahm an Rebeccas Vorträgen gegen Genitalverstümmelung teil, besuchte eine Krankenstation, half beim Gemüseanbau und beschaffte wichtige Güter aus Spendenmitteln. Auch konnte sie beim Anschluss der Ent-salzungsanlage des Brunnens dabei sein.

Über Rebecca Lolosoli sagt Sophie: „Immer wieder stelle ich fest, wie wertvoll Rebecca ist. Es ist wirklich außergewöhnlich, wie teils streng und sanft sie Teil der Gemeinschaft und Führung gleichzeitig ist.“

Den vollständigen Bericht können Sie hier einsehen:
Sophie Nestle – Vier eindrucksvolle Wochen in Umoja

10 Apr 2019
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Eindrucksvolle Gespräche in Umoja

Eindrucksvolle Gespräche in Umoja

Bericht und Fotos von Margret Schnetgöke

Mit einem Überlandbus fuhren wir im Januar 2019 von Nairobi bis Isiolo und stiegen dann um in ein Matatu (Kleinbus) bis Archer´s Post. Die Art der Anreise mit Bus und Matatu erleichterte das Eintauchen in eine andere Welt: es wurde immer karger und sandiger, die Halbwüste der Samburu zeigte ihr faszinierendes Gesicht. Unterwegs hatten wir Tom, Rebecca´s Sohn informiert, dass wir bald ankommen. Er beauftragte Mohamed, uns in Archer´s Post abzuholen und zum Camp des Frauendorfes zu begleiten. Sehr herzlich wurden wir von Rebecca und den anderen Samburu Frauen in Umoja begrüßt.

201901 Schnetgöke2

Mit Gesängen und Tänzen wurden wir willkommen geheißen, und das Schönste war, dass ich eingeladen wurde mit zu tanzen.

Immer wieder sprachen wir über die Situation der Samburu-Mädchen und FGM (Genitalverstümmelung). Rebecca berichtete, dass sie in den letzten zwei Monaten fast dauernd unterwegs gewesen sei, um auch in weit entfernt liegenden Dörfern, zusammen mit weiteren Samburu Frauen aus Umoja, Workshops gegen FGM durchzuführen. Der Beginn der großen Ferien vor Weihnachten sei eine besonders gefährliche Zeit für die Mädchen. Die Ferien um Weihnachten herum sind besonders lange Ferien. Deshalb würden Genitalverstümmelungen oft gerade zu Beginn der Ferien durchgeführt, damit die Wunden bis zum Ferienende weitestgehend verheilt seien und FGM dadurch unerkannt bleibe. Sobald sie von solch einer geplanten Genitalverstümmelung erfahren, machen die Frauen sich auf den Weg und versuchen diese zu verhindern. Workshops für Eltern, für Mädchen, aber auch für Jungen verändern die Einstellung zu FGM und helfen Genitalverstümmelungen kurz- und langfristig zu verhindern.

Eindrucksvoll berichtete sie von dem Mut zweier Mädchen in einem umliegenden Dorf, in dem Rebecca und zwei weitere Samburu Frauen einen Workshop zu FGM veranstaltet hatten. Gestärkt durch die Information, dass FGM in Kenia nicht erlaubt ist und dass niemand sonst über ihren Körper entscheiden darf, und das Empowerment durch den Workshop der Samburu Frauen gingen die Mädchen zur Polizei, als sie erfuhren, dass sie „beschnitten“ werden sollten. Sie erstatteten Anzeige, die Polizei brachte sie in Sicherheit und sorgte dann für eine Unterbringung in einer anderen Region Kenias, damit die Eltern sie nicht finden konnten.

Rebecca bedauerte sehr, dass es zu wenig sichere Orte für Mädchen in Kenia gibt, die vor drohender FGM flüchten müssen.

Den ausführlichen Bericht mit weiteren Fotos können Sie hier ansehen und herunterladen: Bericht M. Schnetgöke.

09 Feb 2019
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Eine Krankenschwester in Umoja

Eine Krankenschwester in Umoja

Ende November 2018 erreichte uns eine Anfrage von Sophie Nestle, dass sie gerne auf eigene Kosten und in Eigeninitiative für einige Monate nach Umoja reisen möchte. Wir stellten den Kontakt zu Rebecca und Tom Lolosoli her, damit Sophie auf direktem Wege alle Abstimmungen vornehmen konnte.

Am 30. Januar 2019 ist Sophie Nestle aus Bayern in Umoja eingetroffen und wurde herzlich von Rebecca und den Umoja-Frauen empfangen.

Sie plant dort für 3 bis 4 Monate ehrenamtlich zu arbeiten und die Umoja Uaso Women Group sowie die dorfeigene Schule zu unterstützen.

Die ersten Tage dienten Sophie der Eingewöhnung und sie berichtet, dass Ihre Fachkenntnisse als Krankenschwester noch nicht gebraucht werden. Das deuten wir als positves Zeichen, denn dann sind wohl alle Dorfbewohnerinnen und die Kinder gesund!

In den nächsten Tagen wird sie in der Schule mit unterrichten. Ansonsten hilft sie den Frauen bei der täglichen Arbeit wie z.B. der Herstellung von Schmuck oder der Reparatur der Hütten und unterstützt so die Frauengemeinschaft durch ihre Arbeitskraft.

Wir werden weiter über Sophie und ihr Engagement in Umoja berichten.

Diesen Bericht können Sie mit vielen weiteren Fotos HIER aufrufen.

06 Jun 2017
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Das Frauendorf Umoja als Arbeitgeber

Das Frauendorf Umoja als Arbeitgeber

Schon seit einigen Jahren beschäftigen die Frauen gelegentlich Tagelöhner für schwere Arbeiten, die sie nicht selbst verrichten können. Mit der Eröffnung der Umoja Muehlbauer Academy stand die Frauengruppe Umoja Uaso Women Group vor der Herausforderung, als Träger der Schule die Lehrer einzustellen und auch die Gehälter zu zahlen. Dies gelingt nun mit der Unterstützung aus Deutschland sehr gut.

Die Entwicklung der letzten Monate mit Wasserversorgung und Gemüseanbau erforderte nun die Schaffung von 3 neuen Arbeitsplätzen.
Ein professioneller Gärtner wurde eingestellt, um die Umoja-Frauen und auch die Frauen aus den umliegenden Dörfern beim Gemüseanbau weiter zu schulen und anzuleiten. Desweiteren ist er für den Gemüseanbau der Schule im Gewächshaus zuständig. Sein Gehalt beträgt 80 Euro monatlich. Eine sehr sinnvolle Maßnahme, denn die Samburu haben als Nomadenvolk keinerlei Erfahrung mit Gemüseanbau und müssen es Schritt für Schritt lernen.

Das gesamte Gelände von Umoja ist offen zugänglich, weil Zäune fehlen. Es gibt zwar kleine Areale mit Zäunen, aber das ist nicht ausreichend. Daher können Menschen und vor allem auch die Tiere frei in das Dorf kommen. Die Tiere, vor allem Elefanten schätzen grünes Gemüse sehr und werden dadurch angezogen. Aber auch Diebe versuchen immer wieder, Vieh, Lebensmittel und andere brauchbare Dinge zu stehlen. Das nun verfügbare Wasser gehört natürlich für Diebe zu den sehr attraktiven Dingen, an denen man sich bedienen möchte.

Zur Bewachung der Brunnenanlage und des Wasserspeichers wurde ein Tagwächter eingestellt, der im Schatten des Regenwasser-Reservoirs aufpasst, dass keine ungebetenen Gäste kommen.
Auch passt er auf, dass die Schuljungen in diesem Teil des Geländes nicht mit Steinen spielen und werfen. Sie könnten sonst unabsichtlich das SOLAR-Panel für die Brunnenanlage beschädigen.

Waechter

Nachts kommen besonders häufig Diebe und nun gilt es zu verhindern, dass sie Wasser abzweigen können und dabei auch die Verteilerstation oder Zapfstellen beschädigen. Deshalb wurde ebenfalls ein Nachtwächter eingestellt. Beide „Wasser“-Wächter erhalten je 70 Euro pro Monat.

Nachtwaechter

Ich habe meinen Augen kaum getraut, als ich das Bild des Nachtwächters genauer betrachtet habe; hier treffen Welten aufeinander! Es ist fast unglaublich und auch wiederum sehr schön, wie er da mit dem Speer in der Hand Wache hält. Mit traditioneller Wehrhaftigkeit wird hier die Technik des 21. Jahrhunderts geschützt.
Die 3 Familienväter sind froh und dankbar für diese Arbeitsstellen, denn mit dem Einkommen können sie ihre Familien ernähren.

17 Mai 2016
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Auf Safari und Abschied

Auf Safari und Abschied

Am 14. Mai 2016 haben wir – Barbara und Eva Becht – mit Tom Lolosoli einen sogenannten „game drive“ durch den Samburu-Nationalpark gemacht. Dieser eher kleinere Nationalpark ist durch seine halbwüstenartige Landschaft mit felsigen Hügeln, Flüssen, offenen, weiten Grassavannen und Trockenbusch gekennzeichnet. Große Elefantenherden aus nächster Nähe, 3 Löwen, die gemächlich um unser Auto liefen, Giraffen und viele andere Tiere haben uns total begeistert. So ein game drive ist schon ein besonderes Erlebnis. Viele Fotos haben wir gemacht, von denen hier schon eine kleine Auswahl zu sehen ist.

Elefant

Loewen

Krokodil

der Uaso Nyiro = der braune Fluss

Am 17. Mai 2016 war dann leider unser letzter Tag angebrochen. Nachdem wir eine Impfaktion des Gesundheitsdienstes miterlebt haben, wurden wir Zeuge einer Rettungsaktion eines 8 Monate alten Elefantenbabys. Das war besonders beeindruckend, da wir zuvor in Nairobi im David Sheldrick Wildlife Trust erlebt haben, wie verwaiste Elefantenjunge aufgezogen werden. Dieses Erlebnis hat uns anschaulich vermittelt, wie Rebecca und Tom Lolosoli sich ebenfalls tatkräftig auch für die Umwelt und die Tiere im Nationalpark und im Samburu County einsetzen.

Am späten Nachmittag waren wir beide dann noch ein letztes Mal im Frauendorf und es wurde uns schon sehr wehmütig ums Herz, hier jetzt Abschied zu nehmen. Aber die größte Überraschung haben uns die Frauen und Rebecca gemacht, als sie abends uns zu Ehren bei einem Lagerfeuer an der Campsite ein Fest veranstaltet haben. Fast alle Frauen aus dem Dorf waren gekommen, dazu einige Frauen und Söhne aus umliegenden Dörfern und zusätzlich der Polizeichef. Es wurde getanzt und gesungen, die jungen Samburu Männer hatten extra für uns ihre typische Kleidung angezogen und es gab zum Abschied bewegte Worte. Obwohl die Frauen selber so gut wie nichts besitzen, wurden wir mit selbstgemachtem Schmuck reich beschenkt. Dieser Abschied fiel den Frauen wie auch uns Beiden sehr sehr schwer, da wir in diesen 10 Tagen eine tiefe Verbundenheit erfahren durften.

Abschied

10 Mai 2016
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Stipendium für Everlyne Nkopita

Stipendium für Everlyne Nkopita

In unserem Newsletter vom März 2016 wurde schon ausführlich über das Schicksal von Everlyne und die Finanzierung einer Sekretärinnen-Ausbildung durch eine Familie aus Grevenbroich berichtet.

Gestern konnte ich im Namen unseres Vorstands und Freundeskreis einen gespendeten Laptop an Everlyne zur Unterstützung für das Studium überreichen und Eva konnte der sehr interessierten Everlyne direkt erste Erklärungen am PC geben.

Laptop fuer Everlyne

Eva und Everlyne

Außerdem ist das berührende Schicksal von Everlyne wohl seit 2 Jahren ausführliches Thema im Samburu Blog und es kommen viele Dankesmeldungen. Die Community nimmt sehr regen Anteil an diesem außergewöhnlichen Schicksal, das sich nun zum Guten wendet. Das gibt dem Frauendorf Umoja bestimmt eine sehr gute Reputation und zeigt positive Wirkung in der Samburu-Bevölkerung.

Heute, am 10. Mai 2016 haben wir uns dann gemeinsam mit Tom Lolosoli auf den Weg gemacht, um Everlyne zum St. Marys Secretarial College nach Isiolo zu bringen.

Everlyne im College

Im Gespräch mit der Leitung des College, Schwester Marie Christine, bekommen wir einen zusätzlichen Eindruck darüber, wie in Kenia Bildung und Beruf vermittelt werden.

Gespräch mit der Schulleitung

Für Everlyne beginnt nun eine zweijährige Lernzeit, auf die sie schon mit Spannung gewartet hat, die aber auch viel von ihr an Leistung und Einsatz fordern wird. Wir sind froh, dass wir unsere Spendengelder so zielgerichtet in dieser Ausbildung einsetzen können, und danken nochmals besonders den SpenderInnen.

Sowohl für Everlyne, als auch für Tom, Eva und mich war dieser Start im College ein bewegender Moment und wir wünschen ihr, dass sie das College mit viel Freude und Elan meistern wird. Die Mühlbauer Schule freut sich auf jeden Fall schon sehr darauf, in Zukunft durch Everlyne eine Unterstützung bei der Schulorganisation zu bekommen.