Freundeskreis Umoja - Friends of Umoja e.V.

Aktivitäten zur Friedenssicherung

Ein Rückblick auf die Unruhen im Herbst 2015

Für das Leben eines Hirten bedeutet Dürre das größte Problem. Denn dann konkurrieren benachbarte Gemeinden um magere Weideflächen und Wasser für ihre Tiere, was zu Konflikten führt.
Auch die Nähe der unterschiedlichen ethnischen Bevölkerungsgruppen, ein oder zwei Kriminelle, können die Ursache für Ärger in einer ganzen Gemeinde sein, die für deren Sünden dann bezahlen muss, wenn die andere Seite sich rächt. Dies trifft immer die verletzbarsten Mitglieder der Gemeinschaft. Es ist noch schlimmer, wenn die Politik ins Spiel kommt.
Das Teilen von Führungspositionen, Entwicklung und Bezirks-Arbeitsplätze haben dazu geführt, dass ländliche Gebiete gegenüber städtischen Landkreisen benachteiligt wurden, die sich darum drängten und wo schlussendlich die dominierenden Stämme sich alles aneigneten. Dies kam noch zu den bestehenden Problemen hinzu.
Wegen der Unstimmigkeiten im Samburu County, wo sich Umoja in der Grenzstadt Archer befindet, fanden sich die Bewohner inmitten von Kreuzfeuer und Umbrüchen, deren Ursprung im benachbarten Bezirk lag.
In deren Verlauf passierten viele Angriffe und Gegenangriffe und viele Menschen verloren ihr Leben.
Frauen und Kinder waren sehr betroffen, verbrachten die Nächte in den Büschen und waren immer auf der Flucht. Es war eine Erfahrung, mit der niemand gerechnet hatte und die man nicht für möglich gehalten hätte. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Frauendorf Umoja vollständig verlassen.

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Frauen und Kinder auf der Flucht

Doch schließlich nahmen die politischen Führer und Friedensbewegungen (Organisationen) wie die Northern Rangelands Trust (NRT) – www.nrt-kenya.org den Mittelpunkt des Geschehens ein und versuchten die Probleme zu lösen. Sie luden die National Cohesion und Integration Commission (NCIC) ein. Diese Kommission für Zusammenhalt und Integration wurde angeführt von dem früheren Sprecher der Nationalversammlung Mr. Francis Ole Kaparo und eine 22 Punkte – Friedens – Vereinbarung wurde von allen Krieg führenden Gemeinden unterzeichnet. Die Namen der politischen Führer und Verbrecher der Gewalttaten und Gefechte wurden aufgeführt und von der Regierung verfolgt. Zudem wurden ihre Bankkonten eingefroren und sie mussten vor die Abteilung zur Kriminalaufklärung (CID) treten, um eine Erklärung abzugeben, sowie um unter Beobachtung gestellt zu werden.
Bis heute sind eine Reihe von Verdächtigen verhaftet worden und seit 4 Monaten gab es keine Fälle von Gewalt mehr.

Die mutigen Einheimischen kamen zusammen, um für den Frieden zu stimmen und die gebildete Jugend unterschiedlicher Ethnien kam zusammen, um ihre Leute zu beraten.

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Gebildete Jugendliche der Turkana, Samburu und Borana kommen zusammen und planen, ihre Gemeinden zu sensibilisieren und die Gewalt zu beenden.

Durch die Hilfe des Kenianischen Roten Kreuzes (KRCS) wurden 600 Familien, die fast 5000 Menschen in Archer ausmachen, unterstützt, eingeschlossen der Umoja Frauen. Sie erhielten das Nötigste, wie Zelte, falls es im Busch regnet, Kochbesteck, Mosquito Netze, Decken, Wasserkanister, Seife, sowie Sanitärpäckchen speziell für Frauen und für Männer und vieles mehr. Aber keine Lebensmittel.

Tom Lolosoli, Rebeccas Sohn, richtete eine persönliche Anfrage an den Gouverneur, welcher Essenslieferung für 8000 Menschen zur Verfügung stellte, da das Rote Kreuz nur Sachleistungen verteilte.

In dieser Übergangszeit kamen den Umoja-Frauen die Nothilfe-Spenden aus Deutschland zugute, um die ärgste Not zu lindern.

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Bilder: Frauen auf der Flucht, inbegriffen Umoja Frauen, warten auf die Hilfe von Unterstützern, wie dem Kenianischen Roten Kreuz.

Allerdings haben sich die meisten Frauen immer noch nicht ganz von dem Schock erholt. Auch die Kinder haben in mindestens zwei Fällen Waffengefechte und Bedrohungen nicht unweit der Schule erlebt. Während dieser Zeit haben viele Eltern beklagt, dass ihre Kinder Albträume hatten und deswegen nur einige wenige zur Schule gingen; auch die Lehrkräfte waren verängstigt.

Aber so langsam kehrt wieder Friede ein.

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