Freundeskreis Umoja - Friends of Umoja e.V.

13 Nov 2015
0 Kom

Die Lage in Umoja normalisiert sich

Die Lage in Umoja normalisiert sich

Nach wochenlangen Unruhen (siehe unten) führen die friedensstiftenden Maßnahmen nun zum Erfolg. Auch die Frauen von Umoja konnten in ihr Dorf zurückkehren.

Lagebericht vom 7.11.2015 aus Umoja:
Originaltext von Tom Lolosoli und nachfolgend die Übersetzung.

Hi Ise,
I have been so much busy with errands and travelling. I was able to negotiate Red Cross support to people and now food for 1,800 households, about 7,200 people from the county government. I had a meeting with the Governor at his office in Maralal and also doing fundraising to compensate victims of cattle rustling, deaths and injuries, to restore them back to their previous economic position or somewhat giving them another start.
There is now relative calm after so many efforts have been put in place. People are returning back home. Even in Umoja Village, the first few women are back and living like usual.
Thanks
Tom

Hallo Ise,
ich war sehr mit Besorgungen und Reisen beschäftigt.
Ich habe mit dem Roten Kreuz verhandelt die Leute zu unterstützen und nun auch erreicht, dass die Kreisverwaltung Lebensmittel für 1.800 Haushalte mit 7.200 Leuten bereit stellt.
Ich hatte eine Besprechung mit dem Gouverneur in seinem Büro in Maralal und sammle auch hier vor Ort Spenden um die Opfer zu entschädigen, z.B. für gestohlenes Vieh oder um die Familien der getöteten und verletzten Mitbürger in ihre ursprüngliche wirtschaftliche Lage zu versetzen oder ihnen einen anderen Neustart zu ermöglichen.
Nachdem sehr viel unternommen wurde um wieder Frieden zu schaffen ist es nun relativ ruhig. Die Leute kehren wieder nach Hause zurück. Selbst nach Umoja sind die ersten Frauen zurück gekehrt und nehmen wieder ihr normales Leben auf.
Danke
Tom

Die friedensstiftenden Aktivitäten von Rebecca und ihrem Sohn Tom zeigen also Wirkung. Das sind erfreuliche und ermutigende Nachrichten. Wir hoffen sehr, dass die Lage sich weiter stabilisiert und dauerhaft wieder Ruhe und Frieden einkehrt in der Region um Umoja.

Durch den derzeit noch ausbleibenden Tourismus und die dadurch fehlenden Einkommensmöglich-keiten sind die Gehaltszahlungen für die 4 Lehrerinnen und 2 Lehrer der dorfeigenen Schule „ Umoja Muehlbauer Academy“ nicht gesichert. Pro Monat müssen ca. 1000 € für die 6 Lehrkräfte gezahlt werden, also durchschnittlich ca. 167 € pro Kopf.

Bitte helfen Sie uns, diese Gehaltszahlungen abzusichern.
Spenden
Stichwort: Lehrer

Herzlichen Dank und bitte immer Ihre vollständige Anschrift mitteilen für die Spendenbescheinigung.

Lagebericht 1.11.2015 aus Umoja

Fotos aus der Region um Umoja während der letzten Wochen.
Alle Fotos wurden von Tom Lolosoli gemacht und dokumentieren, wie die vertriebenen Menschen
irgendwie versucht haben, die Situation zu meistern.

Unruhen3

Unruhen4

Irgendwo einen sicheren Platz finden. Frauen irren mit den Kindern und einigen Habseligkeiten durch das Land. In ihre Dörfer und Hütten trauen sie sich nicht.

Unruhen5
Irgendwo im freien Gelände wird eine Mahlzeit zubereitet.

Unruhen6
Tom hat wohl Milch verteilt und der kleine Kerl hält demonstrativ seinen Becher hin:
Bitte gib mir mehr!

26 Okt 2015
0 Kom

Aktuelle Lage in Umoja

Aktuelle Lage in Umoja

Telefonat mit Rebecca Lolosoli am 25.10.2015

Am 25.10.2015 konnte ich Rebecca Lolosoli telefonisch kurz erreichen und sie berichtete, dass sie und ihr Sohn Tom alles versuchen, um die Region zu befrieden.
Tom sei unermüdlich damit beschäftigt Hilfsgüter für die betroffene Bevölkerung zu organisieren und nimmt an vielen Meetings teil.
Rebecca sagte, dass die Situation sich leicht entspannt hätte, aber unter den Umoja-Frauen und der Bevölkerung aus den umliegenden Dörfern noch große Angst vor weiteren Überfällen herrscht, und sie deshalb noch nicht wieder permanent in die Dörfer zurück kehren.

Rebecca hat veranlasst, dass der Schulbetrieb in Umoja tagsüber wieder aufgenommen wurde, um so den Kindern einen vertrauten Tagesablauf zu geben und sie zu beschäftigen.
Außerdem werden die Kinder dort notdürftig mit etwas Essen versorgt.

Rebecca erwähnte, dass das Rote Kreuz Hilfsmittel verteilt, aber soweit ich das verstanden habe, keine Lebensmittel. Rebecca versucht die Spendenmittel so effizient einzusetzen, dass alle Dorfbewohnerinnen und die Kinder wenigsten einmal täglich eine Mahlzeit erhalten.

Auch macht sich Rebecca Sorgen wegen der ausbleibenden Touristen, denn dadurch haben die Frauen keine Einkommensmöglichkeiten. Die Bezahlung der Lehrer ist somit auch nicht abgesichert!

Spenden sind also weiterhin sehr willkommen, um die ärgste Not zu lindern und den so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Ise Stockums, 25.10.2015

Lagebericht 26. Oktober 2015 von Tom Lolosoli an Ise Stockums.
Übersetzung des unten stehenden Originaltextes.

Liebe Ise,

seit Wochen schlafen die Umoja-Frauen nicht in ihren Hütten in Umoja wegen der unsicheren Lage. Sie gehen jeden morgen nach Umoja und kehren vor Einbruch der Dunkelheit nach Archer’s Post zurück. Das Dorf liegt direkt am Waso-Fluss und die Frauen befürchten, dass die Banditen von Isiolo kommend den Fluß überqueren und sie dann die ersten Ziele für Attacken sind.

Diese gewaltsame Verdrängung beeinträchtigt das tägliche Leben und die Einkommensmöglich-keiten. Dort wo die Frauen nachts schlafen herrscht drangvolle Enge, weil auch viele andere vertriebene Menschen aus den Dörfern rund um Archer’s Post ebenfalls hier Schutz suchen. Dort sind sie dann möglichen Krankheiten, wie zum Beispiel einem Cholera-Ausbruch, Tuberkulose oder anderen übertragbaren Krankheiten ausgesetzt.

Vor zwei Wochen ist es mir gelungen das Rote Kreuz zu bewegen für 620 entwurzelte Familien, wobei durchschnittlich 5 Familienmitglieder zugrunde gelegt wurden (3.100), die notwendigsten Dinge bereitzustellen, wie z.B. Planen, Koch- und Essensgeschirr, Seife, Decken, Moskitonetze, Wasserkanister und bestückte Kulturbeutel für Frauen und Männer.

Derzeit ist es relativ ruhig weil Führungspersönlichkeiten, Unterstützer und Interessengruppen sich zusammengetan haben, um friedensstiftende Maßnahmen durchzuführen um z.B. eine Waffenruhe
zu erreichen.
(Anmerkung: Eine große Versammlung dieser Gruppen fand auf Initiative von Tom Lolosoli bereits kurz nach dem Überfall am 26.9.2015 statt und Tom arbeitet ständig – gemeinsam mit seiner Mutter Rebecca – für den Frieden in der Region).
Man kann noch keine endgültigen Schlüsse ziehen und es bleibt, die weitere Entwicklung zu beobachten, da derartiges nie zuvor in der Region Archer’s Post passiert ist und es hoffentlich auch das letzte mal sein wird.

National Cohesion & Intergration Commission (NCIC), vertreten durch den Vorsitzenden und ehemaligen Sprecher der Nationalversammlung, Herr Francis Ole Kaparo, hat kürzlich, vom 21.bis 23. Oktober 2015 die beiden Stämme zusammengebracht, um Wege aufzuzeigen die zu Frieden führen und es wurde eine 22 Punkte-Erklärung für ein Friedensabkommen erarbeitet.

Beigefügt sind einige Fotos, die die vertriebenen Familien zeigen – unter denen auch Frauen aus Umoja sind, sowie die Ausgabe der Hilfsgüter durch das Rote Kreuz vor der CITAM Kirche, wo die Umoja Frauen nachts Zuflucht suchen.

Danke
Tom Lolosoli

Unruhen1

Unruhen2

Ausgabe

Dear Ise
For weeks Umoja Women have not slept in their homes because of insecurity. They have been resuming in the morning and departing at 5 PM before dusk. Umoja is near Waso River and they fear if bandits from Isiolo cross over, they would be among first targets.
This displacement affects their day to day lives and income generation. Also where they sleep is crowded with other internally displaced people from other areas of Archer’s Post exposing them to diseases like cholera outbreak, TB and other communicable diseases.
Two weeks ago, I reached out to Red Cross to supply 620 families with basics like tarpaulin, cooking and eating utensils of a family of five averagely, bar soaps for hygiene, blankets, mosquito nets, water jerricans and women and men sanitary bags.
There is relative calm as leaders, conservation and peace stakeholders have stepped in running peace causes calling for cease fire, peace declaration among other sorts of efforts.
You can’t make conclusions now but it is subject to monitoring, this had never happened before in Archer’s and hopefully this will be the last.
National Cohesion & Integration Commission ( NCIC) led by its Chair and former Speaker of National Assembly Mr. Francis Ole Kaparo recently brought the two communities together to chart a way forward for peace that took 3 days from 21st-23rd Oct 2015 where a 22 point declaration was made for peace accord.
Attached find a few pictures of displaced families of which Umoja Women are among and Red Cross distribution at CITAM Church where Umoja Women seek refuge at evenings.
Thanks
Tom Lolosoli

28 Sep 2015
0 Kom

Überfall auf das Frauendorf Umoja im Samburu-Distrikt in Kenia

„Mama Mutig“-Rebecca Lolosoli und Jane Karato verzweifelt.

Während ihrer Vortragsreise in Deutschland vom 16.9. bis 14.10.2015 zur interkulturellen Begegnung an Veranstaltungsorten im Rheinland und Sachsen erreichten uns dramatische Nachrichten aus dem Frauendorf.
Am Donnerstag, den 24.9.2015 gegen 13.00 Uhr kamen die ersten Anrufe aus Umoja. Es wurde berichtet, dass marodierende, bewaffnete Banden eines anderen Stammes das Dorf attackieren und alle Frauen, Kinder und die Lehrkräfte der Dorfschule sich auf der Flucht befinden. Es wurde über heftige Schießereien berichtet, die weithin zu hören waren.
Rebecca, Jane und auch wir waren geschockt und verzweifelt. Plötzlich hatten wir den bewaffneten Konflikt aus Afrika in unserem Wohnzimmer. Man wird starr vor Entsetzen!
Wir haben gezittert und gehofft, dass alle fliehen konnten und keine Toten zu beklagen sind.

Bis etwa 18:00 Uhr kamen pausenlos die Anrufe und es stellte sich heraus, dass die Bande die kleine Ziegenherde des Dorfes und alle Vorräte gestohlen haben und sich nun auf dem Rückzug befänden. Gott sei Dank konnten alle flüchten und sich irgendwie verstecken.

Am Freitag erfuhren wir, dass auch andere Dörfer in der Umgebung von Umoja überfallen wurden und dabei sogar ein junger unbewaffneter Mann, der sich den bewaffneten Dieben in den Weg stellen wollte, getötet wurde. Die Polizei aus Archer’s Post wurde alarmiert und griff ein. Es kam zu heftigen Schusswechseln und es gab auch viele Verletzte.

Jetzt hat sich die Situation beruhigt, aber die Frauen und Kinder sind traumatisiert und trauen sich auch heute, am Montag den 28.9.2015 noch nicht in ihr Dorf zurück.

In Abstimmung mit ihrem Sohn Tom hat Rebecca Lolosoli sofort über friedensstiftende Maßnahmen nachgedacht. Tom Lolosoli hat für Samstag, den 26.9.2015 eine Versammlung einberufen, an der Lokalpolitiker, Parlamentsabgeordnete, der Gouverneur, die Polizei, Mitglieder des Samburu-Ältestenrats, religiöse Führer und Geschäftsleute teilnahmen.
Hoffentlich gelingt es, die Region dauerhaft zu befrieden und die marodierenden Banden dingfest zu machen.

Gerade jetzt sind die Frauen und Kinder des Dorfes dringend auf unsere Hilfe angewiesen, um die entstandenen Verluste auszugleichen.

Bitte helfen Sie uns durch eine entsprechende Spende. Eine Liste der dringend benötigten Tiere und Lebensmittel finden Sie hier:

1 Huhn 8 €
1 Hühnerfamilie (6 Hennen + 1 Hahn) 56 €
1 Ziege (ausgewachsen und milchgebend) 70 €
1 Sack Bohnen, 90 kg 50 €
1 Sack Reis, 50 kg 35 €
1 Sack Maismehl, 60 kg 40 €
1 Kanister Öl, 20 l 30 €
Zucker, 5 kg 10 €
Schulmahlzeit für ein Kind
Pro Woche 5 €
Pro Monat 20 €
Pro Jahr (37 Schulwochen) 185 €

Spendenkonto: Freundeskreis Umoja e.V., Sparkasse Neuss, IBAN: DE87 3055 0000 0093 4932 86, BIC: WELADEDNXXXSpenden

Wir bitten um Angabe Ihrer vollständigen Anschrift für die Spendenbescheinigung.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe und Unterstützung!

Bericht in der Daily Nation Kenia über den Konflikt

16 Aug 2015
0 Kom

Birgit Virnich und Rebecca Lolosoli – »Mama Mutig«

29 Mai 2015
0 Kom

Vital Voices Global Partnership über Rebecca Lolosoli

Hochgeladen am 12.03.2010

Rebecca Lolosoli is the recipient of the Vital Voices 2010 Fern Holland Global Leadership Award. The Vital Voices Global Leadership Awards honor and celebrate women leaders who are working to strengthen democracy, increase economic opportunity and protect human rights around the world.

Throughout her life, Rebecca would witness the violence that stemmed from certain practices of her Samburu culture sometimes in her own home, at the hands of her own family. She stood up in front of the village elders and asked that they put an end to violent customs and that they provide protection to women who had endured domestic abuse and rape. Rebecca raised her voice so loudly that she was beaten for it. Her in-laws decided she was an embarrassment, and everyone around her tried to silence her appeals; to remind her of her place. In the end, she decided to leave violence behind and to seek out a better life. With fifteen other women survivors from her area in the Samburu region of northern Kenya, she formed a new village; a womens village, a safe haven for women fleeing violence or persecution. They called this village Umoja, which means unity.

29 Mai 2015
0 Kom

Schmuckverkauf im Curio Shop

Schmuckverkauf im Curio Shop

Die Frauen von Umoja bestreiten ihre Lebensunterhalt unter anderem durch die Herstellung und den Verkauf von Schmuck.

Wenn Sie auf das erste Bild klicken, können Sie sich alle Bilder in Vollgröße als Galerie anzeigen lassen.

28 Mai 2015
0 Kom

Umoja auf Google Maps

Umoja liegt östlich von Archers Post in Kenia.