{"id":912,"date":"2017-02-06T18:59:16","date_gmt":"2017-02-06T17:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/fk-umoja.com\/?p=912"},"modified":"2019-10-11T10:34:03","modified_gmt":"2019-10-11T08:34:03","slug":"pilot-projekt-wannenbeete","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fk-umoja.com\/en\/pilot-projekt-wannenbeete\/","title":{"rendered":"Pilot-Projekt Wannenbeete"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr April 2017 planen wir ein Pilot-Projekt in und f\u00fcr Umoja:<br \/>\n<strong>Wannenbeete mit Wasser-Kreislauf f\u00fcr Gem\u00fcseanbau in der Halbw\u00fcste.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ausgangssituation<\/strong><br \/>\nIn Sub-Sahara-Afrika sind etwa 100 Mio. Menschen von Hunger oder drohendem Hunger betroffen. Nach Prognosen von Klimaforschern<br \/>\nwird die Niederschlagsmenge vermutlich etwas mehr, jedoch die D\u00fcrreperioden immer l\u00e4nger und die Regenf\u00e4lle heftiger. Ph\u00e4nomene,<br \/>\nunter denen die Bev\u00f6lkerung dort immer mehr leidet. Die l\u00e4nger werdenden D\u00fcrreperioden k\u00f6nnen nur noch mit k\u00fcnstlicher Bew\u00e4sserung<br \/>\n\u00fcberbr\u00fcckt werden und h\u00e4ufig wird die Ernte von \u00dcberschwemmungen aufgrund von Starkregen vernichtet.<\/p>\n<p><strong>Pilot-Projekt in Umoja<\/strong><br \/>\nDas Frauendorf liegt in der Halbw\u00fcste des Samburu-Distrikts im Norden Kenias. Im April wird der Ideengeber, Herr S. H\u00e4glsperger aus Bayern, gemeinsam mit seinem Sohn und seinem Bruder auf eigene Kosten nach<br \/>\nUmoja reisen. Dort werden sie dann Workshops f\u00fcr die Frauen des Dorfes sowie die Bev\u00f6lkerung aus dem Landkreis und Vertreter der<br \/>\nKommunalverwaltungen halten. Zun\u00e4chst wird das theoretische Wissen vermittelt und dann, gemeinsam und unter Mithilfe der Beteiligten,<br \/>\neinige Wannenbeete angelegt.<\/p>\n<p>Damit sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, in ihren D\u00f6rfern selbst solche Wannenbeete anzulegen. Es w\u00e4re ein entscheidender Schritt zur Sicherstellung und Verbesserung<br \/>\nder Ern\u00e4hrung in abgelegenen Regionen, die keinen direkten oder nur sehr eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Wasser haben.<\/p>\n<p>Das Frauendorf \u00fcbernimmt mit diesem Pilot-Projekt eine Vorreiter-Rolle und hat auch damit wieder eine Vorbildfunktion f\u00fcr die gesamte<br \/>\nRegion. Das Pilot-Projekt entspricht dar\u00fcber hinaus den Zielen f\u00fcr nachhaltige Entwicklung der UN (SDG \u2013 Sustainable Development Goals).<\/p>\n<p><strong>Beschreibung des Wannenbeetes<\/strong><br \/>\nRegen oder Tr\u00e4nkwasser dringt durch die Erdschicht in eine darunterliegende Kiesschicht und l\u00e4uft durch einen Abflussrohr in eine Zisterne oder Auffangbeh\u00e4lter. Auch beliebig langer Starkregen f\u00fchrt zu keiner \u00dcberschwemmung oder Staun\u00e4sse, weil das Wasser abflie\u00dfen kann.<br \/>\nZur Bew\u00e4sserung des Beetes durch Gie\u00dfen wird das flexible Abflussrohr hochgedreht und Wasser aus der Zisterne hineingegossen. Das Wasser steigt in die Kiesschicht hoch und durchtr\u00e4nkt von unten die Pflanzschicht.<br \/>\nNachdem die Pflanzerde durchtr\u00e4nkt ist, erkennbar wenn feuchte Flecken in der ansonsten trockenen Bodenoberfl\u00e4che erscheinen, wird der Ablauf wieder nach unten gedreht und das \u00fcbersch\u00fcssige Wasser flie\u00dft in die Zisterne zur\u00fcck.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/fk-umoja.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Zeichnung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/fk-umoja.com\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Zeichnung-300x107.png\" alt=\"Zeichnung\" width=\"300\" height=\"107\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-913\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr so ein Gem\u00fcsebeet braucht man Folie f\u00fcr die Wanne, ein Ablaufrohr, Holzbalken und -latten sowie eine Zisterne oder einen Auffangbeh\u00e4lter, z.B. in Form eines Wassersacks und am Anfang auch Pflanzerde.<\/p>\n<p>Wesentlich f\u00fcr dieses Konzept ist jedoch was man nicht braucht: <\/p>\n<ul>\nAuf Dauer gesehen braucht man nicht unbedingt Pflanzerde (im Gegensatz zu allen anderen Bew\u00e4sserungssystemen) sondern kann beginnen, selbst sogenannte Terra Preta \u2013 Erde herzustellen. Das geschieht in W\u00fcstenregionen z.B. mit kostenfrei verf\u00fcgbarem Sand, Dung und Reisig sowie Gr\u00fcnabf\u00e4llen aus dem Gem\u00fcseanbau.<\/p>\n<p>Keinen unmittelbaren Zugang zu Wasser; das Beet holt sich zumindest einen gro\u00dfen Teil des Wassers selbst.<\/p>\n<p>Keine teure Technik wie Pumpen, Motoren oder Aggregate.<\/p>\n<p>Keine Energie wie Strom oder Diesel.<\/p>\n<p>Keine komplizierten und teuren beh\u00f6rdlichen Genehmigungen.<\/p>\n<p>Keine teuren Ger\u00e4te, sondern nur einfaches Handwerkzeug.<\/ul>\n<p>Kieselsteine und Sand f\u00fcr den Unterbau der Pflanzerde gibt es \u00fcberall in der Halbw\u00fcste. Kompost und Pflanzerde kann man dort auch aus Sand, Dung und Reisig selbst herstellen. Auch das wird in den Workshops angesprochen und angeregt.<\/p>\n<p><strong>Tr\u00e4nkwasser f\u00fcr Wannenbeete<\/strong><br \/>\nOft gibt es au\u00dferhalb der D\u00fcrreperioden gen\u00fcgend Wasser, das meiste ist jedoch f\u00fcr Mensch und Tier v\u00f6llig ungenie\u00dfbar, weil es sehr stark verunreinigt ist \u2013 oder zus\u00e4tzlich noch salzhaltig.<br \/>\nDas Wannenbeet stellt keinerlei Anspr\u00fcche an das Wasser. Kochwasser, Waschwasser, jedes Brauchwasser, Wasser aus jeder Pf\u00fctze und jedem sandigen Bach kann verwendet werden. Auch fauliges oder modriges Wasser, Wasser das Tiere nicht mehr trinken, weil es mit Kot oder Jauche verunreinigt ist, ist f\u00fcr diese Form der Bew\u00e4sserung geeignet.<\/p>\n<p>Einzige Ausnahme: salzhaltiges Wasser, das durch die Trockenzeiten entsteht. In den Trockengebieten der Erde ist die Versalzung von B\u00f6den und Fl\u00fcssen keine Seltenheit. Die Versalzung von B\u00f6den kann jedoch verhindert werden, wenn Bew\u00e4sserungssysteme f\u00fcr Ackerbau und privaten Gartenbau durch zweckm\u00e4\u00dfige Vorrichtungen zur Entw\u00e4sserung<br \/>\nerg\u00e4nzt werden.<\/p>\n<p><strong>Anbaufl\u00e4che f\u00fcr Gem\u00fcse<\/strong><br \/>\nBerechnet man etwa 1,5 m\u00b2 pro Kopf, so w\u00fcrde ein 2 x 3 m = 6 m\u00b2 gro\u00dfes Wannenbeet f\u00fcr eine vierk\u00f6pfige Familie ausreichen und zwei solcher Beete k\u00f6nnten 8 Personen mit frischem, vitaminreichem Gem\u00fcse versorgen.<\/p>\n<p><strong>Materialkosten<\/strong><br \/>\nDie gesch\u00e4tzten Materialkosten f\u00fcr ein 6 m\u00b2-Wannenbeet liegen bei etwa 50 bis 60 Euro. Umgerechnet sind das einmalige Investitionskosten von etwa 15 Euro pro Kopf. <\/p>\n<p><strong>Helfen<\/strong><br \/>\nWir m\u00f6chten das Pilot-Projekt mit der Bereitstellung von Mitteln f\u00fcr die reinen Materialkosten tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzen und somit Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Die vielfach v\u00f6llig mittellosen Familien in der Umoja-Region sind nicht in der Lage, einen solchen Betrag aus eigener Kraft aufzubringen. Es stehen 60 kleine D\u00f6rfer unter dem Schutzschirm<br \/>\nvon Umoja und es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn wir pro Dorf die Anlage eines Beetes als Starthilfe erm\u00f6glichen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><strong>Der Familie H\u00e4glsperger sei an dieser Stelle schon einmal f\u00fcr ihr Engagement von Herzen gedankt.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr April 2017 planen wir ein Pilot-Projekt in und f\u00fcr Umoja: Wannenbeete mit Wasser-Kreislauf f\u00fcr Gem\u00fcseanbau in der Halbw\u00fcste. 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