{"id":65,"date":"2019-09-10T10:42:59","date_gmt":"2019-09-10T08:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/test87359.test-account.com\/?p=65"},"modified":"2024-06-01T20:55:28","modified_gmt":"2024-06-01T18:55:28","slug":"rebecca-lolosoli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fk-umoja.com\/en\/rebecca-lolosoli\/","title":{"rendered":"Portrait \u00fcber Rebecca Lolosoli"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rebecca Lolosoli \u2013 eine afrikanische Heldin!<\/strong><br \/>\nFrauenrechtsaktivistin, Gr\u00fcnderin und Matriarchin des Frauendorfes Umoja in Kenia.<br \/>\n<em><br \/>\n\u201cM\u00e4nnern ist es verboten im Dorf zu leben, aber sie k\u00f6nnen uns jederzeit besuchen, solange sie unsere Regeln befolgen\u201c<\/em>, sagt Rebecca Lolosoli, eine indigene Samburu-Frau.<\/p>\n<p>Hier steht Ihnen dieser Beitrag als pdf zur Verf\u00fcgung:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/fk-umoja.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Nr.-3-Rebecca-Lolosoli-Eine-afrikanische-Heldin.pdf\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rebecca Lolosoli &#8211; Eine afrikanische Heldin<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Tochter des gro\u00dfen Chief<\/strong><br \/>\nRebecca wurde 1962 als Tochter von Ditan und Naisaba Lesankurikuri in dem kleinen Ort Wamba im Samburu-Distrikt in Kenia geboren. Sie war das vierte Kind von sechs: drei Br\u00fcder und drei Schwestern. Ihr Vater lebte polygam mit 3 Frauen.<br \/>\nRebecca ist die Lieblingstochter ihres Vaters Ditan Lesankurikuri, eines gro\u00dfen Samburu Chiefs. Sie klebt an seinen Lippen und wird von ihm als Chief erzogen, obwohl das in ihrer Kultur gar nicht f\u00fcr M\u00e4dchen vorgesehen ist. Er schenkt seiner Tochter kleine Ziegen, damit sie lernt, auf sie aufzupassen, ungew\u00f6hnlich in der traditionellen M\u00e4nnergesellschaft. Sie darf sogar zuschauen, wenn er eine schlachtet. Ihre Mutter st\u00e4rkt ihren Sozialsinn. Als Frau des Chiefs sorgt sie daf\u00fcr, dass Rebecca den Witwen und Frauen, die keine Kinder haben, hilft.<\/p>\n<p>Nachdem Mama Meronie, eine Samburu-Frau, vor Rebeccas Augen von ihrem Mann erschlagen wird, schw\u00f6rt sich Rebecca, gegen die Missachtung von Frauen in ihrer Kultur zu k\u00e4mpfen. Doch die junge Rebecca muss noch viel lernen.<br \/>\nSie hat Gl\u00fcck. Italienische Missionare kommen ins Dorf und unterrichten die Kinder der Samburu, auch die M\u00e4dchen. Rebecca wird mit 9 Jahren eingeschult und lernt lesen und schreiben. Mit 13 wird Rebecca beschnitten und stirbt fast an den Folgen der Beschneidung. Das traumatische Erlebnis pr\u00e4gt sie f\u00fcr immer. Sie m\u00fcsste eigentlich stolz sein, weil sie jetzt eine richtige Frau ist, doch sie f\u00fchlt sich niedergeschlagen und erholt sich erst sehr langsam.<br \/>\nJunge M\u00e4nner wagen sich nicht an diese au\u00dfer-gew\u00f6hnlich selbstbewusste junge Samburu-Frau heran. Nur ein alter Mann zeigt Interesse, doch ihre Mutter lehnt ihn als Heiratskandidaten ab \u2013 gl\u00fccklicherweise.<br \/>\nZu aufm\u00fcpfig!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dann endlich h\u00e4lt der gleichaltrige Fabian Lolosoli um ihre Hand an. Er scheint genau der Richtige f\u00fcr eine Heirat. Er f\u00fchrt sie aus dem kleinen staubigen Nest Wamba in die gro\u00dfe weite Welt, ins Stra\u00dfendorf Archer\u2019s Post.<br \/>\nDoch leider lehnen seine Eltern die aufm\u00fcpfige und selbstbewusste Schwiegertochter von Anfang an ab.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen dem Schwiegervater und Rebecca spitzt sich zu und kommt zum offenen Zusammensto\u00df. Als der alte Lolosoli die Ziegen verkauft, die Rebecca mit in die Ehe gebracht hat, stellt sie ihn zur Rede. Der \u00c4ltestenrat wird einberufen und entscheidet, dass Fabians Vater das Recht hat, ihre Ziegen zu verkaufen. Doch das ist eine Entscheidung, die Rebecca nicht akzeptieren kann. Der Streit eskaliert weiter und der Schwiegervater nutzt das traditionelle Recht, seine Schwiegertochter mit einem Stock zu verpr\u00fcgeln. Nach den ersten Schl\u00e4gen ergreift sie den Stock und sagt:<br \/>\n\u201cR\u00fchr mich nie wieder an\u201d.<br \/>\nFabian h\u00e4lt sich aus dem Streit heraus und steht seiner Frau nicht bei. Er wagt es nicht, gegen seinen Vater aufzubegehren. Als Mitglied im Rat der Samburu ist es ihm peinlich, dass seine Frau sich \u00fcber die Traditionen hinwegsetzt.<\/p>\n<p>Nun beruft Rebecca den \u00c4ltestenrat in ihrem Heimatort Wamba ein, der ihr bescheinigt, dass sie eine sehr gute Hirtin ist. Aufgrund ihrer Erziehung sei sie sehr gut in der Lage, f\u00fcr die Herde der Familie zu sorgen, w\u00e4hrend ihr Mann in Nanyuki als Bankangestellter arbeitet. Sie flehen Fabians Vater an, Rebecca eine Chance zu geben. Letztendlich gibt er 28 Ziegen an sie zur\u00fcck, aber keine K\u00fche aus dem Familienbesitz. In knapp 3 Jahren gelingt es Rebecca, ihre Ziegenherde auf fast 200 Tiere anwachsen zu lassen. Zus\u00e4tzlich kauft sie noch einige K\u00fche, was beim Patriarchen der Familie, Fabians Vater, zus\u00e4tzlich zu Irritationen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00dcber die Wohnsituation: Das junge Paar lebt zun\u00e4chst zusammen mit Rebeccas Schwiegereltern in einer H\u00fctte am Rande von Archer\u2019s Post. Danach beziehen sie ein Haus im Zentrum von Archer\u2019s Post, das Fabians Vater baute, als er bei der Britischen Armee gearbeitet hat.<\/p>\n<p><strong>Rebeccas kleiner Laden<\/strong><br \/>\nRebecca gr\u00fcndet auf der Veranda des Hauses in Archer\u2019s Post einen Laden, den sie mit viel Gesch\u00e4ftssinn f\u00fchrt. Sie verkauft Tee, Seife, Zucker und Schmuck. Vieles ist auch Tauschhandel. Der Laden entwickelt sich schnell zur Anlaufstelle f\u00fcr Frauen in Not: vergewaltigt von britischen Soldaten, verpr\u00fcgelt vom eigenen Ehemann. Manche von ihnen verwahrlosen, leben auf der Stra\u00dfe und brauen illegal einen hei\u00dfen Lik\u00f6r. Durch den Verkauf des Lik\u00f6rs k\u00f6nnen sie gerade so \u00fcberleben, aber die Gefahr im Gef\u00e4ngnis zu landen ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Eine der gepeinigten Frauen ragt heraus: Nagusi, die erst vergewaltigt und dann von ihrem Mann verbannt wurde. In ihr findet Rebecca eine Seelenverwandte. Sie f\u00fchren die Frauen an und entscheiden, den selbstgefertigten Schmuck an der Stra\u00dfe, die zum Nationalparkt f\u00fchrt, zu verkaufen.<br \/>\nLeider werden sie dort oft ausgeraubt. Manchmal dauert es Tage, bevor sie herausfinden, dass eine der Frauen wieder von ihrem Mann halb tot gepr\u00fcgelt wurde. Beide beschlie\u00dfen, ein Dorf nur f\u00fcr Frauen zu gr\u00fcnden. Umoja \u2013 zusammen.<\/p>\n<p><strong>Zum Teufel mit den M\u00e4nnern<\/strong><br \/>\nDer Anfang ist schwer. Die H\u00fctten zu bauen ist leicht, weil das traditionell schon immer von den Samburu-Frauen gemacht wird.<br \/>\nAber sie k\u00f6nnen sich nicht einfach in Maralal als Landbesitzerinnen registrieren lassen, sie m\u00fcssen 1000 Euro f\u00fcr das Land zahlen. Dieses Geld muss erst m\u00fchsam durch den Verkauf von Schmuck an Touristen verdient werden.<br \/>\nSt\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck w\u00e4chst das Dorf. Die Frauen leben nach den Regeln, die sich selbst erarbeitet haben. M\u00e4nnern ist es verboten, im Dorf zu leben.<\/p>\n<p>Ihren Kindern bringen sie bei, Frauen mit Respekt zu begegnen und dass M\u00e4dchen und Frauen gleichberechtigt sind. Umoja ist nicht nur ein Zufluchtsort, Umoja bedeutet Ver\u00e4nderung!<\/p>\n<p>Langsam beginnen die Frauen, sich selbst zu ver\u00e4ndern. Sie wollen keine Opfer mehr sein. Das provoziert die M\u00e4nner aus den Nachbard\u00f6rfern. Sie sind neidisch auf die Frauen. Jedes Mal, wenn sie f\u00fcr Eink\u00e4ufe nach Archer\u2019s Post fahren oder um eine Ziege zu kaufen, werden die mutigen Frauen verh\u00f6hnt und oft sogar angespuckt.<br \/>\nAber jetzt essen die Frauen, was urspr\u00fcnglich nur den M\u00e4nnern vorbehalten war, das Fleisch der Ziegen.<\/p>\n<p><strong>Du hast es nicht anders verdient!<\/strong><br \/>\nRebecca lebt zun\u00e4chst noch zu Hause. Sie f\u00fchrt den Laden weiter, der zunehmend zur Informationsb\u00f6rse der Frauen wird. Rebecca investiert ihre Zeit und ihr ganzes Geld in Umoja. Die M\u00e4nner werfen ihr vor, ihre Frauen gegen sie aufzuhetzen. Sie beschimpfen Rebecca, rauben sie aus und schlagen sie brutal zusammen.<br \/>\nMit schwersten Verletzungen am ganzen K\u00f6rper und auch emotional zerschmettert schleppt sich Rebecca nach Hause. Sie kann ihre Augen kaum \u00f6ffnen. Ihr Mann schaut sie wortlos an. Er weigert sich, Rebecca zu r\u00e4chen.<\/p>\n<p>In jener Nacht zieht Rebecca aus und lebt fortan auch im Frauendorf \u2013 in Umoja. Dort besch\u00fctzen und pflegen die Frauen sie solange, bis sie wieder v\u00f6llig genesen ist.<br \/>\nRebecca ist \u00fcberzeugt, dass ihr Schwiegervater hinter dieser feigen Attacke steckt und den Schl\u00e4gertrupp beauftragt hat, ihr eine Lektion zu erteilen.<\/p>\n<p><strong>Der Aufstieg von Umoja<\/strong><br \/>\nAls Rebecca sich erholt hat, geht sie mit Elan an den Ausbau von Umoja.<br \/>\nZuerst wird ein Kindergarten gebaut. Beatrice, eine junge Frau, betreut die Kinder der im Dorf lebenden Frauen. Wie so viele andere war auch Beatrice mit einem viel \u00e4lteren Mann zwangsverheiratet.<br \/>\nRebecca wird auf internationale Konferenzen eingeladen und wirbt dort f\u00fcr Umoja.<br \/>\nIn Workshops lernen die Frauen, dass sie Rechte haben.<br \/>\nLangsam werden sie immer selbstbewusster.<\/p>\n<p>Die Frauen errichten einen Campingplatz mit f\u00fcnf H\u00fctten direkt am Fluss; inzwischen erweitert um einen Zeltplatz. Die Touristen sind fasziniert vom Samburu-Schmuck. Durch einen pers\u00f6nlichen Kontakt zu einer amerikanischen K\u00fcnstlerin wird der Schmuck sogar bis in die USA verkauft. Langsam bessert sich die wirtschaftliche Situation der Frauen. Rebecca bringt den Kindern bei, M\u00fcll aufzusammeln und das Dorf sauber zu halten. Alles scheint richtig zu sein.<\/p>\n<p><strong>Auf der Flucht<\/strong><br \/>\nRebecca \u2013 die Gro\u00dfstadt-Nomadin.<br \/>\nPl\u00f6tzlich, eines Morgens platzt ihr Ehemann Fabian mit einem Gewehr in der Hand ins Dorf und droht, Rebecca umzubringen. Er will das Land an sich rei\u00dfen, auf dem das Dorf entstanden ist.<br \/>\nAus Angst vor ihrem Mann verl\u00e4sst Rebecca Umoja. Monatelang versteckt sie sich in Nairobi, in billigen Absteigen, in den H\u00e4usern wei\u00dfer Frauenrechtsaktivistinnen und zuletzt im gr\u00f6\u00dften Slum von Nairobi \u2013 in Kebera.<br \/>\nImmer wieder l\u00e4sst ihr Mann sie von jungen Samburus in Nairobi suchen. Das Leben in der Gro\u00dfstadt ist anstrengend. Sie nimmt ab, denn in der Einsamkeit kriegt sie keinen Bissen herunter. Sie vermisst die Frauen, die Ges\u00e4nge und die klare Luft des Samburu-Landes. Wie konnte Fabian ihr das antun, fragt sie sich und denkt \u00fcber ihre Probleme nach.<\/p>\n<p>Rebecca reicht die Scheidung ein, obwohl das gegen die Traditionen verst\u00f6\u00dft. Es ist ein langer, umst\u00e4ndlicher Weg. Sogar die Beschaffung von Dokumenten verl\u00e4uft sehr schwerf\u00e4llig.<\/p>\n<p><strong>Bis dass der Tod euch scheidet!<\/strong><br \/>\nEs ist nicht einfach, als Samburu-Frau geschieden zu werden. Rebecca wird vom Anwalt ihres Mannes in einem Provinzgerichtssaal in Isiolo einem scharfen Verh\u00f6r unterzogen. Mit seinen bohrenden Fragen will er sie in Widerspr\u00fcchlichkeiten verstricken. Dadurch will er die Gewalt in der Ehe verharmlosen und die Gewaltausbr\u00fcche ihres Mannes verniedlichen. Es wird klar, dass ihr Mann die Scheidung nicht will, denn f\u00fcr den traditionsbewussten Ehemann w\u00fcrde das einer Niederlage gleich kommen.<br \/>\nSolange Rebecca und er verheiratet sind, bleibt das Land, auf dem das Frauendorf steht, in der Familie.<br \/>\nSie und die Umoja-Frauen fanden heraus, dass das Land unter Rebeccas Namen registriert wurde, obwohl alle Frauen daf\u00fcr gezahlt hatten. Rebecca vermutet, dass er mit seinem damaligen Einfluss als Vorsitzender des Samburu-Kreisrats f\u00fcr die falsche Registrierung verantwortlich ist.<br \/>\nGem\u00e4\u00df den Samburu-Traditionen d\u00fcrfen Frauen kein Land besitzen. Das Land geh\u00f6rt den M\u00e4nnern.<\/p>\n<p>Fabian k\u00e4mpft aber auch aus einem anderen Grund um das Land, denn seit die Chinesen eine Autobahn von Archer\u2019s Post bis zur kenianisch-\u00e4thiopischen Grenze im Norden gebaut haben, sind die Grundst\u00fcckspreis sprunghaft gestiegen.<br \/>\nDas Grundst\u00fcck, auf dem Umoja steht, ist also mittlerweile sehr wertvoll geworden.<\/p>\n<p><strong>Die Gerechtigkeit siegt!<\/strong><br \/>\nNach langen und qu\u00e4lenden Gerichtsverhandlungen wurde Rebecca am 29.12.2010 geschieden und 2013 gewannen die Frauen von Umoja auch die Gerichtsverhandlungen bez\u00fcglich des Landes.<br \/>\nDas Land ist jetzt endg\u00fcltig auf den Namen der Frauengruppe eingetragen.<\/p>\n<p><strong>Rebeccas Familie<\/strong><br \/>\nRebecca hat ihren Mann wirklich geliebt, obwohl er unter dem Einfluss seiner Eltern stand und zu schwach war, sich auf die Seite seiner Frau zu stellen. Sie haben f\u00fcnf wunderbare Kinder;<br \/>\ndrei Jungen: Tom Lolosoli 32, Sammy Lolosoli 27 und Kelvin Jani Lolosoli 24 Jahre; zwei M\u00e4dchen:<br \/>\nJanet Slade 30 und Sylvia Naserian 19 Jahre.<br \/>\nNicht zu vergessen, ihre Tochter Ann (22), die von Rebecca mit der gleichen Liebe und F\u00fcrsorge gro\u00df gezogen wurde wie ihre leiblichen Kinder. Ann war 4 Jahre, als ihre leibliche Mutter starb und sie ist Rebeccas Nichte, die Tochter von Rebeccas Bruder, Mr. Tiras Lesankurikuri. Seit dieser Zeit betrachten Rebecca und Ann sich als Mutter und Tochter.<br \/>\nWegen der dauernden gewaltt\u00e4tigen Eskalation in ihrer Ehe verlie\u00df Rebecca schlie\u00dflich ihren Mann und reichte die Scheidung ein. Das war f\u00fcr die Kinder eine sehr irritierende und verst\u00f6rende<br \/>\nSituation. Inzwischen ist aber die Verbindung zu ihren Kindern erneuert und sie sind sehr stolz auf ihre Mutter. Einige von ihnen sind inzwischen verheiratet und haben eigene Kinder und nun ist<br \/>\nRebecca eine sehr gl\u00fcckliche Gro\u00dfmutter.<\/p>\n<p><strong>Vital Voices Award und<\/strong><br \/>\n<strong> International Anerkennung<\/strong><br \/>\nObwohl in ihrem Privatleben die Dinge sehr schwierig sind, erlangt Rebecca auf der nationalen und internationalen Ebene gro\u00dfe Anerkennung als Sprecherin des Frauendorfes Umoja.<br \/>\nEine amerikanische Hilfsorganisation, Vital Voices, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, au\u00dfergew\u00f6hnliche Frauen \u00fcberall auf der Welt ausfindig und f\u00fcr jedermann sichtbar zu machen, in diese<br \/>\nFrauen zu investieren, um deren F\u00fchrungsqualit\u00e4t freizulegen, damit sie in die Lage versetzt werden, in ihren L\u00e4ndern\/Regionen die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern, Friedensprozesse zu beschleunigen und damit f\u00fcr mehr Wohlstand zu sorgen, lud Rebecca im M\u00e4rz 2010 in die USA ein.<\/p>\n<p>Vital Voices unterst\u00fctzt weltweit ganz gezielt die weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4fte um Demokratie zu verst\u00e4rken, wirtschaftliche M\u00f6glichkeiten zu verbessern und Menschenrechte zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Rebecca Lolosoli \u2013<\/strong><br \/>\n<strong> die geborene F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit<br \/>\n<\/strong>F\u00fcr ihr Engagement erhielt Rebecca 2010 den Vital Voices Fern Award, USA. Die Auszeichnung wurde von Hillary Clinton \u00fcberreicht f\u00fcr Rebeccas au\u00dfergew\u00f6hnliche F\u00fchrungsqualit\u00e4ten und sie<br \/>\nwurde als \u201edie geborene Anf\u00fchrerin\u201c bezeichnet. Es ist wichtig, \u00fcber das Schreckliche zu sprechen.<\/p>\n<p>Rebecca wird ausgew\u00e4hlt, die kenianischen Frauen mit einer Frauendelegation aus Umoja beim Internationalen Weltfrauenmarsch im Oktober 2010 in Bukavu, Ostkongo zu vertreten.<br \/>\nDas erste Mal seit Monaten l\u00e4sst Rebecca die Sorgen um die Zukunft hinter sich.<br \/>\n\u201eIn Bukavu im Ost-Kongo m\u00fcsste man eine ganze Frauenstadt gr\u00fcnden f\u00fcr all die geschundenen Frauen\u201c, meint sie und spricht dabei aus eigener Erfahrung mit Gewalt gegen Frauen.<br \/>\nRebecca und die anderen Samburu-Frauen geben praktische<br \/>\nHinweise an die Vergewaltigungsopfer im Ost-Kongo. Immer wieder erz\u00e4hlen sie die Geschichte von Umoja und wie man sich in einer m\u00e4nnerorientierten traditionellen Gesellschaft seinen Weg<br \/>\nbahnt.<br \/>\nDie Kongolesinnen und auch die Frau des kongolesischen Pr\u00e4sidenten Kabila sind tief beeindruckt.<br \/>\nDie vier starken Samburu-Frauen in ihrer traditionellen roten Stammesbekleidung sind wie Leuchtt\u00fcrme der Hoffnung f\u00fcr die Frauen im Ost-Kongo, die f\u00fcr so viele Jahre so gro\u00dfe Not ertragen<br \/>\nmussten.<\/p>\n<p>Auf der Fahrt durch das aufstrebende Ruanda, wo der Anteil der Frauen im Parlament h\u00f6her ist als in allen anderen L\u00e4ndern der Welt, ist Rebecca fassungslos erstaunt. \u201eDieses Land wirkt so aufger\u00e4umt und gut organisiert, weil hier Frauen Politik<br \/>\nmachen\u201c sagt sie und trifft einen wichtigen Entschluss.<br \/>\nSie wird in die Politik gehen.<\/p>\n<p><strong>Rebecca im Land der Camorra<\/strong><br \/>\n2011 wird Rebecca nach Italien eingeladen. In der Drogenhochburg Neapel gibt es ebenfalls eine M\u00e4nnergesellschaft in der viele junge M\u00e4dchen mit 13 Jahren Kinder bekommen. Rebecca wurde<br \/>\neingeladen, um diesen jungen Frauen Hoffnung zu machen und so erz\u00e4hlt sie die Erfolgsgeschichte von Umoja und wie sich die Samburu-Frauen in der traditionellen, m\u00e4nnerorientierten Gesellschaft ihren Weg bahnten.<br \/>\nEin Rezept, wie man sich aus Zwangsehen l\u00f6st und von gewaltt\u00e4tigen M\u00e4nnern befreit, gibt es nicht. Aber es gibt viele Parallelen.<\/p>\n<p>Was immer klarer wird: Rebecca ist zur Weltb\u00fcrgerin geworden, die auf Augenh\u00f6he mit Menschenrechtsaktivisten aus aller Welt redet.<\/p>\n<p>Rebecca Lolosoli \u2013 eine von 150 Frauen, die die Welt aufr\u00fctteln. Im M\u00e4rz 2011 berichtet Newsweek Magazine \u00fcber Rebecca als eine von 150 Frauen, die die Welt aufr\u00fctteln. Im gleichen Jahr erhielt sie auch eine Einladung, am Weltgipfel der Frauen, dem \u201e Women in the World Summit\u201c in New York City teilzunehmen. Ein hochkar\u00e4tiges internationales Treffen.<\/p>\n<p><strong>Auszeichnung f\u00fcr humanit\u00e4re Leistungen<\/strong><\/p>\n<p>\u201cGR8!Women Award\u2019s\u201c ist eine Initiative des indischen GR8!TV Magazine, einer exklusiven Plattform, die weibliche Leistungstr\u00e4ger aus verschiedenen Bereichen des Lebens auszeichnet. Im M\u00e4rz 2012 wurde Rebecca diese Auszeichnung in Dubai verliehen. Ermutigt durch die vielen internationalen Anerkennungen verst\u00e4rkt sich ihr Entschluss. Sie will in die Politik gehen. Mehr und mehr werden nun auch die kenianischen Medien auf diese charismatische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit aufmerksam.<\/p>\n<p><strong>Ein Meilenstein \u2013 Rebecca geht in die Politik<\/strong><br \/>\n2013 wurde Rebecca vom Samburu-\u00c4ltestenrat, wohlgemerkt alle M\u00e4nner, ausgew\u00e4hlt und f\u00fcr die Lokalwahlen aufgestellt. Sie ist die erste Samburu-Frau, die jemals zu einer Wahl angetreten ist. Die Entscheidung des \u00c4ltestenrates zeigt, wie sehr Rebecca inzwischen das traditionelle Denken beeinflusst hat.<br \/>\nDas beruht auf ihrem unbeugsamen Geist, ihrer Charakterst\u00e4rke und ihrer Standhaftigkeit, die sie trotz aller Leiden, Bedrohungen und Gefahren nie aufgegeben hat.<br \/>\nJetzt, nach etwa 25 Jahren, erh\u00e4lt sie so langsam die Anerkennung und den Respekt ihrer eigenen Volksgruppe. Am 4. M\u00e4rz 2013 verlor sie ganz knapp die Wahl und wurde aufgrund einer \u00fcberm\u00e4chtigen m\u00e4nnlichen Dominanz leider nur Dritte. Aber trotzdem, ein beachtlicher Erfolg! Jetzt konzentriert sie sich auf die n\u00e4chsten Landratswahlen um als Verfechterin der Frauenrechte in die politischen Zirkel, wo sie am besten geh\u00f6rt wird, einzuziehen.<\/p>\n<p><strong>Rebeccas Vision<br \/>\n<\/strong>Sie k\u00e4mpft weiter f\u00fcr das Recht der Frauen, eigene Entscheidungen zu treffen, Land zu besitzen und ein Gesch\u00e4ft oder Unternehmen zu f\u00fchren und sie arbeitet unerm\u00fcdlich, um die sch\u00e4dlichen und gef\u00e4hrlichen kulturellen Praktiken und die Gewalt gegen Frauen zu beenden. Ihr Bestreben ist, das Frauendorf Umoja als sicheren Zufluchtsort f\u00fcr Frauen zu erweitern, nicht nur f\u00fcr Samburu-Frauen, sondern f\u00fcr alle Frauen in Not, die Schutz suchen. Ihr gro\u00dfer Traum ist, eine Schule in Umoja zu betreiben und die wirtschaftliche Situation des Frauendorfes weiter zu entwickeln. Mit ihrer unerm\u00fcdlichen Arbeit und Zielstrebigkeit transformiert Rebecca langsam aber sicher die Leben der Menschen in und um Umoja und sorgt f\u00fcr Frieden und bescheidenen Aufschwung in ihrer Region. Vieles ist erreicht worden, aber es gibt noch sehr viel zu tun und es ist noch ein langer Weg zu gehen.<\/p>\n<p>\u201eInvestiere in Frauen &#8211; verbessere die Welt\u201c!<br \/>\nRebecca Lolosoli verk\u00f6rpert dieses Konzept zu hundert Prozent.<br \/>\n_____________________________________________________________________<\/p>\n<p>Die Schilderungen: Die Erz\u00e4hlungen erfolgen aus Rebeccas Perspektive. Hintergrundinformationen sind eingeschlossen und wurden, wo zum besseren Verst\u00e4ndnis notwendig, von der Journalistin Birgit Virnich, die viele Jahre lang Afrika-Korres-pondentin der ARD in Nairobi war, hinzugef\u00fcgt. Neuere Informationen wurden von Ise Stockums in Zusammenarbeit mit Rebecca und ihrem Sohn Tom Lolosoli eingearbeitet.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rebecca Lolosoli \u2013 eine afrikanische Heldin! Frauenrechtsaktivistin, Gr\u00fcnderin und Matriarchin des Frauendorfes Umoja in Kenia. \u201cM\u00e4nnern ist es verboten im Dorf zu leben, aber sie k\u00f6nnen uns jederzeit besuchen, solange sie unsere Regeln befolgen\u201c, sagt Rebecca Lolosoli, eine indigene Samburu-Frau. 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